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Magazin - Kolumne

Bewegung gut – alles gut!

Letzte Woche war ich mit meiner Kleinen beim Kinderarzt zur ganz normalen Vorsorgeuntersuchung. Alles war in bester Ordnung und ich stolz auf meine so bescheinigten Mutterqualitäten. Zumindest bis der Doktor meine Jüngste fragte: "Erzähl mal, wie kommst Du denn morgens in den Kindergarten?" Woraufhin meine kleine Tochter ganz spontan antwortete: "Na mit dem Auto, ne Mama!".

Sie war stolz, dass sie diese Frage beantworten konnte und ich war angeschlagen in meinem Supermami-Anspruch. Und der vorwurfsvolle Blick, den mir der Arzt jetzt zuzuwerfen schien, machte die Sache auch nicht besser, denn schließlich weiß ja jeder, dass mit dem Auto fahren was für Bewegungsfaule ist.

Das nagte an mir noch auf dem Heimweg, der natürlich auch wieder im Auto angetreten wurde. Warum fahren wir eigentlich nicht mehr mit dem Fahrrad zum Kindergarten? Vor den Ferien haben wir das doch auch wochenlang geschafft? Wir fühlten uns auch alle gut dabei, schon am frühen Morgen viel frische Luft genießen zu können. Und die Kinder konnten dann erzählen, dass wir schon eine Radtour gemacht haben – für sie war der ganz normale und notwendige Weg zur Schule und zum Kindergarten so plötzlich zum Abenteuer geworden. Und nach so einem aktiven Start in den Tag habe ich den Kindern immer gerne eine Freude gemacht und ihnen eine kleine Süßigkeit in die Naschkiste gelegt. Aber kaum werden die Morgenstunden wieder kühler und dunkler, schon siegt die Bequemlichkeit über den guten Willen und wie selbstverständlich nutzt man für jeden Weg das Auto.

Mit dem neuen Schuljahr kam eine neue Situation auf uns zu: Unsere Jüngste darf als Vorschulkind nun auch alleine vom Kindergarten nach Hause gehen, bzw. mit dem Rad fahren. Natürlich wollte sie von uns auch sogleich die Erlaubnis dazu haben. Mein erster Instinkt war, nein zu sagen. Aber da hatte ich die Rechnung ohne meine Tochter gemacht: "Ich möchte aber mit Melissa und Luna zusammen zu Fuß gehen!" Da kam das schlechte Gewissen, ausgelöst durch die Nachfrage des Arztes, zurück. Das Ergebnis ist nun, dass die Kleine jetzt auch selbstständig, mal mit dem Rad mal zu Fuß, nach Hause kommt. Und neben dem für sie tollen Gefühl, dass ihr dies auch zugetraut wird und dem Spaß, den sie auf dem Heimweg zusammen mit ihrer Freundin sowie ihrer großen Schwester hat, hat das Ganze auch noch einen tollen Nebeneffekt: so kommt ganz einfach Bewegung in den Alltag. Und der nächsten Frage nach dem Weg zur Schule und zum Kindergarten kann ich jetzt auch ganz entspannt entgegensehen.

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