Übers Naschen

Warum wir naschen

Woran liegt es, dass wir bei zarter Schokolade, cremigem Karamell und knusprigen Keksen so dahin schmelzen? Ganz einfach: Süßes macht glücklich. Besonders gern wird im Kindesalter genascht. Warum das so ist, zeigt jetzt eine neue Studie:

 

Essen bestimmt zum großen Teil über unser Wohlbefinden und über unsere Leistungsfähigkeit. Die Gründe, wieso wir so häufig nicht die Finger von Süßigkeiten lassen, sind vielfältig. Zum einen ist uns die süße Vorliebe tatsächlich angeboren – Naschen liegt in unseren Genen – auch die Sozialisierung kann eine Rolle spielen, schließlich ist es einfach der geschmackliche Genuss von Süßem, der unsere Essenswahl beeinflusst.

Gerade bei Kindern hat die Vorliebe für Süßes einen biologischen Grund: Laut einer Studie der Universität Washington liegt das an der Wachstumsphase. Diese Phase verlangt dem Körper einiges ab – vor allem Energie.

Diese benötigte Energie wird dem Körper vor allem schnell durch süße Nahrung zur Verfügung gestellt, weshalb Kinder Süßes bevorzugen: Kinder sind darauf programmiert, Süßes zu mögen. Indem es sie zu solchen Energiequellen zieht, können sie das biologische Bedürfnis stillen, erklärt Danielle Reed, eine der Studienautoren, in einem Interview mit dem "Focus".

Sobald sich das Wachstum verlangsamt, geht auch das körperliche Verlangen nach stark Gezuckertem wieder zurück. 

Bestandteile, die uns glücklich machen.


Süßigkeiten lösen bei allen – ob Kinder oder Erwachsene – Glücksgefühle aus. Das Belohnungssystem des Menschen springt an, sobald wir etwas essen, das wir mögen. Bei echten Schokoladenliebhabern reicht schon der Anblick von Süßem, um Aktivitäten im Belohnungssystem des Gehirns auszulösen. Dabei wird der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet, der für unser Wohlbefinden zuständig ist. Andere Botenstoffe sind in sehr geringen Mengen direkt in Süßigkeiten enthalten.

In Schokolade befindet sich zum Beispiel Serotonin, ein Botenstoff, der maßgeblich für das psychische Wohlbefinden zuständig ist. Auch die enthaltene Kakaobutter löst Glücksgefühle aus, da sie Endorphine freisetzt. In Schokolade sind ebenfalls geringe Mengen des Glückshormons Phenethylamin sowie der Eiweißbaustein Trytophan enthalten, die stimmungsaufhellend wirken.

 

Diese kleinen Mengen der vielen Botenstoffe wirken sich positiv auf unser Wohlbefinden aus. Der Hauptgrund für unsre Vorliebe am Süßen ist aber vor allem ein psychologischer: Sei es als Trostspender, als kleine Belohnung zwischendurch oder als süßer Abschluss eines Festmahls –
Naschen ist in unserem Leben immer etwas Besonderes.